{"id":1050,"date":"2013-09-15T15:33:59","date_gmt":"2013-09-15T13:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/g4rf.net\/?p=238"},"modified":"2023-07-02T08:12:56","modified_gmt":"2023-07-02T06:12:56","slug":"argumente-gegen-die-usd-hafencity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jankosyk.de\/en\/argumente-gegen-die-usd-hafencity\/","title":{"rendered":"Argumente gegen die USD Hafencity"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Neustadtpiraten lehnen jegliche gro\u00dffl\u00e4chige und geschlossene Bebauung s\u00fcdlich der Leipziger Stra\u00dfe ab. Die im Masterplan 2009 beschlossene Fl\u00e4chennutzung ist aufgrund der Ver\u00e4nderungen der letzten Jahre hinf\u00e4llig. In Dresden gibt es mehr Bedarf an (Sozial-)Wohnungen, damit einhergehend auch einen erh\u00f6hten Bedarf an Freizeit- und Naherholungsr\u00e4umen. Zus\u00e4tzlich ber\u00fccksichtigt der Masterplan nicht die gestiegene Flutgefahr in diesem Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Areal n\u00f6rdlich der Leipziger Stra\u00dfe zwischen Erfurter, Eisenbahn- und Hansastra\u00dfe attraktiv f\u00fcr neue Wohnbebauung zu machen, ist eine Nutzung als Park- und Freizeitfl\u00e4che sinnvoll. Die vorgeschlagene L\u00f6sung \u201cPieschenpark\u201d gew\u00e4hrleistet im Gegensatz zum vorliegenden Bebauungsplanung den Erhalt des freien Zugangs zum Elbufer und gleichzeitig einen durchgehenden naturnahen Lebensraum an der Elbe, der die Erfordernisse des Hochwasserschutzes und des Naturschutzes mit urbaner Nutzung zur Freizeitgestaltung verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz dazu w\u00e4re die vorgesehene Art der Bebauung losgel\u00f6st von diesen fl\u00e4chen\u00fcbergreifenden Nutzungsm\u00f6glichkeiten. Insbesondere st\u00fcnde die intensive Bebauung im Konflikt mit der Funktion als ausgewiesenes \u00dcberschwemmungsgebiet, in dem gem\u00e4\u00df Wasserhaushaltsgesetz (WHG) grunds\u00e4tzlich weder gebaut werden darf noch Reliefver\u00e4nderungen vorgenommen werden d\u00fcrfen. Die nach Landesrecht (S\u00e4chsWG) zul\u00e4ssigen Ausnahmen wurden in Anbetracht der Hochwasserereignisse von 2002, 2006 und 2013 eingeengt. Insbesondere nach dem in dieser H\u00f6he nach so kurzer Zeit nicht zu erwartenden Hochwasserereignis von 2013 ist es naheliegend, die bisherigen Planungen, einschlie\u00dflich des Masterplanes einer erneuten Revision zu unterziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen die von USD vorgeschlagene Luxusbebauung sprechen mehrere konkrete Argumente. Die geplanten zehn- und achtst\u00f6ckigen Hochh\u00e4user stellen einen Pr\u00e4zendenzfall dar. Danach wird es schwierig, andere von Investoren getriebene Bebauungspl\u00e4ne nicht zu genehmigen. Nachhaltig hat das Auswirkungen auf die gesamte Elblandschaft im Raum Dresden und Sachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den fehlenden nat\u00fcrlichen Retentionsfl\u00e4chen im Hochwasserfall wird es sich nicht vermeiden lassen, dass der Stadt Dresden Kosten f\u00fcr die Sch\u00e4digung der Geb\u00e4ude entstehen, sei es durch F\u00f6rderung zur Wiederherrichtung von Geb\u00e4udesch\u00e4den oder durch erh\u00f6hte Einsatzkosten bei Personenrettungen. Au\u00dferdem liegt die USD Hafencity elbabw\u00e4rts bez\u00fcglich Dresdens Stadtkern. Das kann dramatische Auswirkungen in Hochwassersituationen haben. Die Stadt baggerte 2012 in den Elbwiesen kleine Erhebungen im Stadtgebiet weg um den Abfluss zu verbessern und eine Aufstausituation zu vermeiden. Das wird durch die Bebauungspl\u00e4ne an dieser Stelle ad absurdum gef\u00fchrt. Eine gro\u00dfe Tiefgarage kann zwar als Retentionsraum genutzt werden, verhindert aber nicht den R\u00fcckstau des Elbehochwassers im Stadtgebiet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich spricht sich der 2013 in Fortschreibung befindliche Landschaftsplan gegen eine \u00dcberbauung in Elbauen und \u00dcberflutungsgebieten aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Aussage des Leiters des Stadtplanungsamtes Stefan Szuggat zu den Pl\u00e4nen von USD ist kein im Grundbuch eingetragenes Wegerecht f\u00fcr den Elberadweg f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit vorgesehen noch durchsetzungsf\u00e4hig. Die Eigent\u00fcmer k\u00f6nnen also jederzeit um ihr Eigentum einen Zaun errichten. \u201cGated Communities\u201d widersprechen aber einem ausgeglichenen soziologischen Umfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sieht die USD-Planungen weder Schulen, Kitas, Gewerbe oder \u00c4rzte vor. Das f\u00fchrt zu einem unausgeglichenem sozialen und \u00f6knomischen Gleichgewicht und erh\u00f6ht den Autoverkehr aus der USD Hafencity heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt f\u00fchrt die Luxusbebauung zu einer Mieterh\u00f6hung in der Umgebung. Das f\u00fchrt nicht nur weiter zu einer Verdr\u00e4ngung der gewachsenen sozialen und kulturellen Strukturen, sondern auch zu einer \u00f6konomischen Ver\u00f6dung und Verlagerung von Gewerbe an die Randgebiete, was wiederum ein erh\u00f6htes Verkehrsaufkommen zur Folge hat.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Text entstand aus einer losen Stichpunktsammlung verschiedener Menschen zum Thema <a title=\"B\u00fcrgerinitiative Hafencity\" href=\"http:\/\/hafencity-dresden.net\/\">USD Hafencity<\/a>. Ich habe die Stichpunkte in Prosa gegossen und weitere Dinge erg\u00e4nzt. Es spiegelt den Diskussionstand vom 15. September 2013 wider. Au\u00dferdem wurde dieser Text von den <a title=\"Neustadtpiraten Pieschenpark\" href=\"http:\/\/www.neustadtpiraten.de\/pieschenpark\/\">Neustadtpiraten<\/a> als Positionspapier beschlossen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neustadtpiraten lehnen jegliche gro&szlig;fl&auml;chige und geschlossene Bebauung s&uuml;dlich der Leipziger Stra&szlig;e ab. Die im Masterplan 2009 beschlossene Fl&auml;chennutzung ist aufgrund der Ver&auml;nderungen der letzten Jahre hinf&auml;llig. In Dresden gibt es mehr Bedarf an (Sozial-)Wohnungen, damit einhergehend auch einen erh&ouml;hten Bedarf an Freizeit- und Naherholungsr&auml;umen. Zus&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt der Masterplan nicht die gestiegene Flutgefahr in diesem Bereich. 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