
Jan Kosyk gibt anarchische Ideen aus seinem Roman Das Handbuch – Utopien eines Realisten zum Besten. Umrahmt wird die Lesung von seinem Klavierpunk-Programm, das die Songs zur nächsten Revolte gleich mitliefert.

Dieses Buch ist kein Schmuckstück fürs Regal, es ist ein Werkzeugkasten. Niwa, Puk, Rasha und Lissa sind es leid, zu warten – und machen es selbst: basisdemokratische Gewerkschaften, autofreie Quartiere, Grundeinkommen für alle, und am Ende die erste Mondrepublik. Klingt verrückt? Ist es auch. Und genau so ist es gedacht: Utopien sind keine Träumereien, sondern Baupläne. Wer sie für unrealistisch hält, hat nicht aufgepasst.
Jan liest die Kapitel, in denen die Figuren wütend und hoffnungsvoll diskutieren – und dann singt er. Zwischen den Texten kommen Songs aus seinem Klavierpunk-Repertoire: „Fürs Liedermachen zuviel Punk, für den Punk zuviel Jazz.“ Titel wie Besetzt oder Spätverkauf schlagen die Brücke vom Roman in die Realität – von der Hörsaalbesetzung bis zum Sterni im Spätshop, wo man über die Revolution fachsimpelt.
Die Lesung ist kein Monolog, sondern ein betreutes Kneipengespräch: Nach dem Input darf diskutiert und weitergedacht werden. Gegen Ende bleibt die einzige Frage, die zählt: Was tun?
Für alle, die nicht mehr warten wollen, sondern wissen wollen, was zu tun ist.
Kommentare