Liebe & Anarchie
Jan Kosyk

Harald vs. Schwarzparken

Das “Deutschlandticket” kommt bald, obwohl auf den SocialMedia-Fluren schon gewispert wird: “Kommt das 49-Euro-Ticket wohl noch vor seiner ersten Preiserhöhung?” Dass 49 € zuviel sind und mit den ganzen Einschränkungen eben keine klimafreundliche Mobilität für alle geschaffen wird, darüber sind sich Sozialverbände, Verbraucher·innenschutz, einige Parteien und viele Menschen einig. Wir brauchen zügig einen umlagefinanzierten ÖPNV, gern mit einem bedingungsfreien 9-Euro-Ticket als Übergangslösung.

Eine andere Seite dises Komplexes ist die absurde Tatsache, dass Fahren ohne Ticket eine Straftat ist. Kein anderes einfaches Delikt im Straßenverkehr wird so hart geahndet: Weder Falschparken, noch Geschwindigkeitsübertretungen, noch Fahren unter Alkohol – bei all diesen Delikten handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten. Seinen Ursprung hat diese Absurdität in Nazi-Deutschland, als das “Erschleichten von Dienstleistungen” im Strafgesetzbuch verankert wurde. In meinem Song Schwarzparken erkläre ich anschaulich diese Gegensätze und die Auflösung selbiger.

Aktuell gibt es in der Dresdner Neustadt einen Fall, der zeigt, dass dieses Strafgesetz vor allem mittellose Menschen trifft. Der Straßenkünstler Harald sitzt im Knast, da er die über 800 € Geldstrafe nicht bezahlen kann. Solidarische Menschen haben sich deshalb zusammengetan und sammeln Geld, um die Strafe zu bezahlen und Harald zu befreien. Das Spendenkonto sowie den Termin für eine Soliveranstaltung findet ihr auf den Seiten des Malobeo.

Hall’n Bad

Für den Call des Kunstfestivals Begehungen 22 haben die wundervolle Omani Frei und ich uns mit einem Konzept beworben. Das Konzept hat es letztendlich nicht in die engere Auswahl geschafft, ich möchte es jedoch hier gern für die Nachwelt festhalten.

Projektskizze

Leerstehende von Menschen erschaffene Orte umgibt meist eine ganz besondere Atmosphäre. Begibt man sich in solche Gebäude, überkommt einen das Verlangen dem Ort seine Erfürchtigkeit in Form von Stille zu demonstrieren.

Bei einem Schwimmbad erscheint das geradezu absurd.

Denn was macht einen solchen Ort aus, wenn nicht Lebendigkeit. Erinnerungen an Freibäder sind unweigerlich an eine laute Soundkulisse gekoppelt. Stimmenwirrwar, Wasserplanschen, Quietschgeräusche, Kinderlachen – das alles gehört einfach zum Schwimmbad dazu. Fehlt es an einem solchen Ort, wird einem schmerzlich bewusst, dass etwas nicht stimmt. Der Ort darf also nicht mit Stille gestraft, die Stimme muss ihm zurückgeben werden. Mit Hall’n Bad möchten wir genau das tun.

Klang …

Das akustische Epizentrum eines jeden Schwimmbades bildet das große Becken inmitten der Halle. Hall’n Bad setzt dieses Zentrum in Szene. Während der Residenz wird Jan Kosyk mit den vorhandenen Objekten im Bad und der Umgebung (Rutschen, Rohre, Mauerwerk, Schränke, Glas, Wasser, Stimmen etc.) unterschiedliche Klänge erzeugen, aufzeichnen und mit den Klängen Werke komponieren. Über acht Boxen im Bodenablauf des Beckenrands werden diese Werke dann abgespielt. Die einzelnen Lautsprecher sind dabei nur im direkten Umfeld hörbar, wie eine eindrückliche Erinnerung an vergangene Zeiten. So lässt sich die gefühlte Geschichte des Bades am Beckenrand abschreiten.

… Malerei

Da die Klanginstallationen nicht sichtbar sind, wird Omani Frei die Fliesen innerhalb des Beckens bemalen um einen optischen Anziehungspunkt zu schaffen. Als Farbe kommen ökologisch unbedenkliche Lehmfarben und Pigmente zum Einsatz: Ultramarin, Eisenoxidrot, zartes Spinelltürkis und ein wenig Goldocker. Das entstehende abstrakte Gemälde passt farblich zur Umgebung und ist gleichzeitig ein Blickfang.

Das Album

Die Welt ist voller Dinge, die so nicht mehr gehen: Soziale Ungerechtigkeit, Klimawandel, Kapitalismus, Bevorteilung reicher Menschen, Massenmord im Mittelmeer – die Liste scheint endlos. Da ich jedoch nicht einfach meckere, hab ich es mir zur Aufgabe gemacht, konstruktive Ideen und kleine Utopien in den Raum zu werfen. Und das am liebsten musikalisch!

Grafik: Alina Milkina | Graffiti & Ufo: Jan Kosyk

Teaser

Autonomia (Text & Musik: Yok Quetschenpaua)
Alex (Text & Musik: Jan Kosyk) // Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE

Logbuch

Di, 31. Januar

Heute folgte das Finish: Zusammen mit Remo Devago gab ich dem Song Spätverkauf Inhalt. Es war kurz und kackig und ebenfalls eine neue Erfahrung, Gesang mal ohne Live-Band einzuspielen. Danke Remo!

Sa, 28. Januar und So, 29. Januar

Wir haben es getan: Im Virtuose Vibes Tonstudio nahmen wir 8 Songs auf. Es war spaßig, spannend und wir sind mega zufrieden.

Innen ein Punk
Besetzt!
Bundeswehr
Nazis im Haus
Lied der Galaxie
Schwarzparken
Groupie
Spätverkauf

Fr, 27. Januar 2023

Das Crowdfunding war erfolgreich! Vielen Dank an alle Unterstützenden, damit folgt in den nächsten Wochen der Release der Songs im Netz und auf CD. \o/

1.700,00 €
 
1.801,00 €

Mo, 9. Januar 2023

Bei unserer vorletzten Probe vor der Generalprobe haben wir mal alle Songs aufgenommen. Schnuppert gern rein:

Di, 20. Dezember 2022

Wir hatten gestern eine weitere Probe und ich hab’s endlich mal geschafft, ein paar Aufnahmen zu machen. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten:

Probenmitschnitt »Lied der Galaxie«

Sa, 19. November 2022

Es wird ernst: Das Crowdfunding wird scharf geschaltet.

Mo, 11. Juli 2022

Diese Seite wird erstellt und es sei soviel verraten: Wir haben Probentermine angesetzt und das Tonstudio gebucht.

msw wird ob

Am 12. Juni 2022 ist OB-Wahl in Dresden. Für die Piraten tritt Dr. Martin Schulte-Wissermann als Kandidat an. Grund genug für mich, ein musikalisches Statement zu setzen.

Audio

Jan Kosyk – msw wird ob | Download

Video

Jan Kosyk – msw wird OB

Text und Akkorde

Flaschenpfand

Den lieben Toti Liedermachens aus Braunschweig traf ich vor Jahren auf dem adriAkustik. Damals übernahmen wir zusammen mit dem Mengede die Hängemattenbühne und ab da traf man sich jährlich immer mal zum Bierchen, Liedchen oder Pläuschchen irgendwo auf dem Festival.

Nun schrieb mich unlängst Toti an – mit einer Tonspur im Anhang – und der Bitte, “mal was dazu zu spielen”. Das tat ich dann auch, spielte mehrere Ideen mit Klavier und Wurlitzer drauf und schickte ihm alles. Ergänzt um eine Bassspur von Philip Omlor wurde der Song Flaschenpfand rund. Und weil zu jedem guten Song ein gutes Video gehört, drehten wir in Dresden ein paar Takes und Toti in Braunschweig. So entstand ganz coronaverordnungskonform das folgende Video und bleibt nun für immer der Nachwelt im kollektiven Gedächtnis.

Anarchia

Es begab sich, dass ich 2021 die wunderbare Omani Frei zum Cinanima-Festival in Espinho begleiten durfte. Inspiriert durch die geballte Ladung an Animationsfilmen, begann ich noch vor Ort an meinem eigenen Animationsfilm zu arbeiten.

Die Vorlage ist dabei der Song Ufo von Yok Quetschenpaua, welcher mich bereits sehr lange begleitet und nun in englischer und deutscher Fassung in Zeichentrick verfilmt wird. 🎉

Logbuch

März 2022

Der Song, frisch gemastert aus dem Studio, ist da. Natürlich zweisprachig:

Anarchia (Text: Jan Kosyk, Musik: Yok Quetschenpaua)
Autonomia (Text & Musik: Yok Quetschenpaua)

Januar bis Februar 2022

Ich sammle drei weitere Musiker – Atze, Henk & Achim – um mich, um den Song im Tonstudio einzuspielen. Wir proben sechs Wochen lang und am 25. Februar ist es soweit und wir nehmen im Virtuos Vibes Tonstudio in Dresden auf.

Parallel dazu erschafft die großartige Alina Milkina die Welt, in der sich der Film abspielen wird. Berlin als Zeichentrick:

November 2021

Noch in Espinho beginne ich am Storyboard und der Übersetzung des deutschen Textes zu arbeiten, mit großartiger Unterstützung vom liebenswerten Brad Hock.

Alex

Als Teilnehmer des Projekts mp3+4 :: 4 Werke des Neustadt Art Kollektivs durfte ich in Kooperation mit der begnadeten Malerin Helena Zubler und der aufstrebenden Künstlerin Alexa Paul meinen Song Alex in einen Film packen. Unterstützt werde ich dabei von der großartigen Omani Frei.

Jan Kosyk – Alex // mp3+4 :: 4 Werke

Logbuch

Mai 2022

Es ist vollbracht, der Film ist veröffentlicht.

April 2022

Die Kolorierung der Zeichnungen durch Alexa Paul ist abgeschlossen. Nun folgt im letzten Schritt das Zusammenfügen der Bilder zu einem Film. Bis zum 30. April muss das Video fertig sein. ⏱️

März 2022

Helena hat die neun Zeichnungen fertig gestellt. Die Kolorierung übernimmt nun Alexa Paul.

Januar und Februar 2022

Ich habe – parallel zum Song Anarchia – mit den Musikern Atze, Henk und Achim eine Version des Songs einstudiert und aufgenommen. Wir haben uns dabei den Spaß gegönnt, mit Banjo, Waschbrett und Kontrabass zu arbeiten. Herausgekommen ist ein Stück Leichtigkeit, das ihr hier schon einmal genießen dürft:

August 2021

Das Projekt wird finanziert und wir freuen uns mit drei anderen Kunstteams insgesamt vier Videos zu erstellen. Helena, Omani und ich haben das erste Videotelefonat geführt und ich habe mein Storyboard an Helena zur Vorlage übermittelt.

Alex

Das Thema der adriAkustik-Liedermachenliga 2020 war »Brummen«. Also setzte ich mich in den Alaunpark und schrieb ein Lied übers Brummen. Nun kommt dieses Wort nicht einmal darin vor, lediglich zweimal »brummt« jemand. Herausgekommen ist eine Geschichte voller Utopien, die mal mit dieser Arbeitgeber/Arbeitnehmer-Doktrin aufräumt.

Update: Im Rahmen des Projekts mp3+4 :: 4 Werke wird ein Musikvideo dazu produziert. 🥳

Alex · Virtuose Vibes Tonstudio Dresden 2022 · Text & Musik: Jan Kosyk

Text

MeinKlang

Mit dem Ensemble MeinKlang haben wir ein fulminantes Koffer-Programm erarbeitet:

»Wir haben alle unser Päckchen zu tragen.«

Interaktives Musiktheater? Nein, wir machen da nichts mit digital. Es wird ein akustisch analoges Musikerlebnis, bei dem das Publikum entscheidet, welche Themen bearbeitet werden. Und damit es zwischen der Themenwahl nicht langweilig wird, darf ab und an mitgeraten, mitgewählt und – natürlich – mitgesungen werden.

Dieses wurde im Rahmen des Projekts Aussitzen Extended aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen möchte ich euch hier nicht vorenthalten:

MeinKlang: Architektur in Deutschland // Wir haben alle unser Päckchen zu tragen
Architektur in Deutschland (Text & Musik: Bodo Wartke)

echtjetzt – Musikalisch-szenische Lesung

Von 2017 bis 2020 nahm ich an der Grundausbildung zur Gewaltfreien Kommunikation von echtjetzt teil. Dort wurde in Theorie und in Übungen einerseits die gelingende Kommunikation als Haltung gelehrt und andererseits ein Zugang zu sich selbst aufgezeigt und gelegt, der mir half, viele alte Wunden zu bearbeiten und zu heilen. Sören Bendler und Sören Heise – Gründer und Entwickler des Konzepts – haben 2018 ein Buch veröffentlich: Gewaltfreie Kommunikation in der Sozialen Arbeit. Mit Martha Laux, den beiden Sörens und zwei Schauspieler·innen erarbeiteten wir dazu eine musikalisch-szenische Lesung, deren Songs Eingang auf der CD zum Buch fanden.

Neben der Lesung gab es auch ein musikalisches Workshop-Programm, aus dem ein Trailer entstand:

echtjetzt! GfK in der Sozialen Arbeit

post / sozial

konzerte

MeinKlang

Wir haben alle unser Päckchen zu tragen. 10. Feb. ʼ23, 20:00 — 21:30 Bärenzwinger
Brühlscher Garten 1, 01067 Dresden
Wir haben alle unser Päckchen zu tragen. 11. Feb. ʼ23, 18:00 — 19:30 Bärenzwinger
Brühlscher Garten 1, 01067 Dresden

Klavierpunk

Recordingsession in der Wanne 15. Feb. ʼ23, 19:00 — 20:00 Wanne im Stadtteilhaus
Prießnitzstraße 18, 01099 Dresden